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>> Erfahrungen
  • Szenen aus dem Psychomotorikunterricht der Grundschule, behinderte und nicht-behinderte Schüler erobern zusammen die Turnlandschaft.

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Ein Mädchen mit Autismus schreibt über ihre Erfahrungen

Den Text, der in Die Zeit veröffentlicht wurde, können Sie hier nachlesen.

 

 

 

Eibisch: Evaluation der Einführung der inklusiven Bildung in Hamburgs Schulen

Das Projekt EIBISCH geht auf einen Beschluss der Bürgerschaft zurück und begleitet für vier Jahre (bis zum 31.03.2017) die durch die Einführung der inklusiven Bildung begonnenen Veränderungen der pädagogischen Prozesse und des Schullebens.

Mehr dazu lesen Sie erfahren Sie unter http://www.ew.uni-hamburg.de/de/forschung/eibisch.html

 

 

 

Dance Theatre Company - Circus Amici

Die inklusive Dance Theatre Company aus London hat mit Circus Amici eine wunderbar poetische Zirkusillusion kreiert: Tigth Rope.

Eine Kostprobe davon auf Youtube hier.

 

 

Superhelden- Schauen Sie sich den Spot auf YouTube an!

Hier können Sie den Spot herunterladen.

Kinder aus Integrationsklassen erinnern sich...(Auszüge aus einer Hausarbeit zur 1. Staatsprüfung für das Lehramt)

Luisa: Ich hatte eine Freundin, die hieß Katharina und war körperbehindert: Sie saß in einem Rollstuhl... Da sie meine Freundin war, war es für mich selbstverständlich, dass wir die Pausen zusammen verbrachten...wir haben uns extra Spiele ausgedacht, wo sie gut mitspielen konnte und wo wir alle die gleichen Voraussetzungen hatten: Das Robbenspiel in der Pausenhalle zum Beispiel.

(Das Entscheidende an diesem Spiel war) .... dass alle auf dem Boden lagen und sich robbend fortbewegen mussten.... Mir hat das viel Spaß gemacht, mir mit meinen Freundinnen immer neue Spiele auszudenken, bei denen Katharina mitspielen konnte- und zwar ohne Nachteile durch ihre Behinderung zu haben...

 

Wiebke: Ich erinnere mich genau, dass es bei uns in der Integrationsklasse ganz normal war, dass jeder auf jeden Rücksicht genommen hat. Manchmal hat mich das fast genervt. Später, als ich dann notgedrungen in eine Regelklasse kam, wurde darauf nicht mehr wirklich geachtet. Da habe ich bemerkt, dass dieses Prinzip sehr wichtig für eine gute Atmosphäre in der Klasse ist. In der Grundschule durfte jeder so sein, wie er eben war...Ich empfand das als sehr angenehm. ...

 

Lena: Ich glaube, dass meine Integrationsklasse mein Selbstbewußtsein gestärkt hat. Ich denke, ich bin immer schon sehr stark gewesen, da ich mich gegen meinen älteren Bruder durchsetzen musste. Aber in der Integrationsklasse bin ich wohl noch selbstbewusster geworden. Toll finde ich, dass auch leistungsschwächere Mitschüler ein gutes Selbstbewußtsein hatten. Der Tom konnte zum Beispiel nicht gut lesen... das hat ihm gar nichts ausgemacht. Er hat dann immer cool gesagt, dass er selber weiß, dass er nicht gut lesen kann. Dafür könne er aber besser Kopfrechnen als alle seine Mitschüler. Als ich nach der 7. Klasse  dann in eine normale Regelklasse kam, habe ich schon viele Unterschiede bemerkt. Viele Kinder hatten kein gutes Selbstbewußtsein, obwohl sie (eigentlich) gute Schüler waren. Ständig versuchten sie, ihre Defizite zu verstecken. Darauf angesprochen wurden viele von ihnen wütend...

                                                                  

André und Fabian

Mein Name ist André, ich bin 22 Jahre alt und studiere an der Universität Hamburg Politikwissenschaft.  Ich freue mich, einen kleinen Beitrag für diese Webseite schreiben zu können, denn ich kenne Fabian seit fast 20 Jahren. Wir waren zusammen im ersten integrativen Kindergarten Hamburgs mit einer Krippe, also für Kinder unter drei Jahren. Meine Eltern und Fabians Eltern gehörten zu den Gründungseltern des ganztägigen Kindergartens Knickweg. Als mein Bruder und ich dort mit den anderen Kindern zusammen waren, haben wir nicht wirklich bemerkt, dass einige von ihnen behindert waren – oder vielleicht wäre es besser zu sagen: wir fanden es alltäglich und normal, dass einige von uns besondere Eigenarten hatte, zum Beispiel dass Jens nicht laufen und allein sitzen konnte, Mina gelegentlich Seife aß oder Fabian anders sprach.

 

Erst in der Grundschule Humboldtstraße, wo ich in eine I-Klasse ging, fielen mir die offenkundig behinderten Kinder auf, ein geistig und motorisch behinderter Junge und einer im Rollstuhl. Ich sage bewusst „offenkundig“, denn eines ist spannend: Wir hatten ein drittes behindertes Kind in der Klasse und niemand wusste, wer es war, weil die Eltern es nicht bekannt geben wollten. Erst sehr viel später habe ich erfahren, dass es ein Mädchen aus unserer Nachbarschaft war, das wegen einer Lernbehinderung einen „I-Platz“ bekommen hatte. Sie hat zeitgleich mit mir ein tolles Abitur gemacht und studiert jetzt Chemie im Ausland! Kann man da wirklich von einer Behinderung sprechen? Und was wäre aus ihren Chancen geworden, wenn es keine I-Klasse gegeben hätte und sie auf eine Förderschule gekommen wäre?

 

Wegen dieser Erfahrungen finde ich es wichtig, dass von Anfang an alles integrativ eingerichtet ist: Kindergärten, Schulen, Ausbildungsstätten, Arbeitsplätze in Betrieben, öffentliche Einrichtungen wie Transportmittel oder Gebäude. Denn dann wären Menschen mit Behinderungen alltäglich und normal wie damals im Kindergarten. Das würde uns wahrscheinlich allen gut tun, zum Beispiel indem wir mit ein bisschen mehr Hilfsbereitschaft Behinderte unterstützen. Ich gebe ehrlich zu, dass mir das in der Grundschule gelegentlich zu viel wurde, wohl deshalb, weil ich mich oft verantwortlicher fühlte und mehr tat. Das finde ich im Nachhinein aber doch gut.

 

In den vergangenen Jahren habe ich immer wieder mal bei Fabi die Abende verbracht, wenn seine Eltern unterwegs waren. Das war ganz schön – wir haben vorgelesen oder seine Musik gehört, die er absolut liebt. Viele von Fabis Eigenheiten finde ich lustig und liebenswert. Es ist wirklich ein Vertrauen entstanden und geblieben, Fabis Vater hat mal sinngemäß gesagt, Fabi erinnerte einen immer daran, dass es eine andere Seite im Leben gibt, die sich nicht nach Leistung bemisst, sondern nach dem Miteinander. Wenn sich die Menschen nur im gleichen Maße am Miteinander wie an Leistung bemessen würden, wäre das sicherlich schon ein großer Schritt zu mehr Integration.