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Hilfreiches

Auf dieser Seite wollen wir...

... aus unseren Erfahrungen mit unseren Kindern/Schülern in Integrationsklassen

    und integrativen Einrichtungen berichten,

... auf Publikationen verweisen, die Integration und Inklusion zum Thema haben,

... Anlaufstellen benennen, die Sie bei Ihren speziellen Problemen anrufen oder

    auch anmailen können,

... Sie ermuntern, direkt Kontakt mit aufgeführten Vorstandsmitgliedern  

    aufzunehmen: Wir freuen uns nämlich auf Ihren Anruf oder Ihre Mail!

"Was kommt nach uns?" Wie können wir vorsorgen?

 

Eltern- Arbeitsgruppe „Was kommt nach uns?“

 

Unsere Kinder brauchen vielfältige Unterstützung:

Der Permanente Persönliche Unterstützerkreis

 

Eltern von Kindern mit kognitiven Einschränkungen (geistiger Behinderung) haben ausführlich darüber nachgedacht, wie eine angemessene Betreuung ihrer Töchter und Söhne aussehen könnte, wenn sie dazu nicht mehr in der Lage sind. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass ein kleiner Kreis von Personen, der sich die Betreuung für eine Person teilt (Permanenter Persönlicher Unterstützerkreis, PPUK), eine Lösung sein könnte.

Unbestreitbar ist die Betreuung eines Menschen mit kognitiven Einschränkungen aufwändig und nimmt mit zunehmendem Alter der zu betreuenden Person (UP) zu. Sie schwankt je nach Art und Grad der Einschränkungen erheblich. Wie hoch die Eltern den Aufwand für die zu betreuende Person einschätzten, trugen sie in eine Tabelle ein, in der, auf die zu betreuende Person (UP) zugeschnitten, der Aufwand und die Häufigkeit der Betreuungsaufgaben zusammengestellt sind. Die Elterngruppe identifizierte als Basisaufwand 41 Betreuungsaufgaben, deren Aufwand sie individuell für ihr Kind abschätzten. Dabei ergab sich bei den 9 betreuenden Eltern der Gruppe ein durchschnittlicher Aufwand von zwischen 13 und 47 Stunden im Monat. Die detaillierte Tabelle, die ein Anhaltspunkt für alle betreuenden Eltern sein kann, welche Aufgaben sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt tatsächlich ausführen, können wir zur Verfügung stellen.

Es ist die Idee des PPUK die Betreuungsaufgaben auf mehrere Personen zu verteilen. Dies kann nicht willkürlich geschehen. Für die meisten UP ist eine gesetzliche Betreuung eingerichtet, die derzeit von den Eltern wahrgenommen wird. Die gesetzliche Betreuung (zum Einstieg: de.wikipedia.org/wiki/Betreuung_(Recht)) wird vom Familiengericht ausgesprochen. Der/die gesetzliche Betreuer(in) wird damit gegenüber Behörden oder anderen Institutionen zum Vertreter/zur Vertreterin der UP, ist aber gleichzeitig zur Beachtung des Willens der UP verpflichtet. Er/sie muss über seine Tätigkeit jährlich dem Familiengericht berichten. Je nach Umfang und Art der Einschränkung der UP betrifft die Betreuung einen oder mehrere Lebensbereiche (z.B. Gesundheitsfürsorge, Bestimmung des Aufenthalts, Wohnungsangelegenheiten, Vermögensangelegenheiten, Post). Das bedeutet, dass viele der aufgeführten Aufgaben vom gesetzlichen Betreuer erledigt werden und gleichzeitig, dass der gesetzl. Betreuer ein Mitglied des PPUK sein muss. Es muss im Detail geklärt werden, welche Aufgaben der gesetzliche Betreuer delegieren darf. Eine wichtige Rolle spielt auch der/die Testamentsvollstrecker(in), der/die sich um finanzielle Zuschüsse aus einem Erbe kümmert.

Mit den bislang aufgeführten Personen ist der gesetzliche Rahmen der Unterstützung der UP abgedeckt. Wir Eltern sind jedoch überzeugt, dass dies für das Wohlbefinden unserer Kinder nicht ausreicht. Sie brauchen Unterstützung im emotionalen Bereich. Der PPUK umfasst ca. 3-6 Personen, die sich individuell um die zu betreuende Person kümmern. Hier warten Aufgaben für Mitglieder des PPUK, die keine oder wenig Kenntnis von behördlichen Auflagen erfordern. Wenn sie sich eine Teilnahme an einem PPUK vorstellen können, sollten sie überlegen, welche der Aufgaben zu ihnen passt und wieviel Zeit sie verlässlich dafür aufbringen können.

Wie stellen wir uns die Organisation eines PPUK vor?

Eltern und UP überlegen, welche Personen am PPUK beteiligt sein könnten und ermitteln den aktuellen Betreuungsbedarf. Danach treffen sich die Kandidaten, um herauszufinden, ob sie sich eine Kooperation vorstellen können. Es folgt eine möglichst von einer erfahrenen Person geleitete Gründungsversammlung, auf der die UP mit den Mitgliedern des PPUK nach den Grundsätzen der persönlichen Zukunftsplanung (Internet: Stefan Doose: I want my dream) ein Bild für eine wünschenswerte Zukunft erarbeiten und leiten daraus vordringliche Aufgaben für die UP an. Die Mitglieder des PPUK legen die Verfahrensregeln fest (z.B. die Rollen der Mitglieder des PPUK, die Form der Kommunikation untereinander und mit der UP, die Verteilung von Aufgaben und der Ablauf von Entscheidungsprozessen). Die Kommunikation zwischen den Mitgliedern des PPUK könnte weitgehend über eine soziale Webgroup erfolgen. Der PPUK beschließt Grundsätze, nach denen er arbeitet. Er arbeitet ehrenamtlich.

In regelmäßigen Abständen (z.B. halbjährlich) trifft sich der PPUK und bespricht die Fortschritte und die Hemmnisse bei der Umsetzung der Betreuungsaufgaben. Er plant die nächsten Schritte und deren Realisierung. Dazu werden auch die professionellen Unterstützer (Betreuer der Wohngruppe, Pflegedienstleistende) eingeladen, um deren Erfahrungen in den Planungsprozess einzubeziehen. In größeren Abständen, bei Konflikten zwischen den Mitgliedern des PPUK, aber auch bei auffälliger Inaktivität unterzieht sich der PPUK einer Supervision durch Moderatoren, die im Bereich der Behindertenhilfe Erfahrung haben.

Die Arbeitsgruppe hat einen detaillierten Abschlussbericht ihrer Arbeit, eine Handreichung für interessierte Teilnehmer und diese Zusammenfassung erstellt, die unter den nachfolgenden Adressen abgerufen werden können. Einige Fragen sind trotzdem noch offen geblieben.

Wenn Sie mehr wissen wollen, wenden Sie sich an Camilla Dawletschin Linder (Dawletschin.Linder@t-online.de) bzw. an Günter Miehlich (g.miehlich@gmx.de). Wir geben gerne Auskunft.

 

Hamburg, 2021